{"id":647,"date":"2015-04-14T17:35:02","date_gmt":"2015-04-14T15:35:02","guid":{"rendered":"http:\/\/it-heina.de\/?page_id=647"},"modified":"2020-11-07T18:05:20","modified_gmt":"2020-11-07T17:05:20","slug":"feldmauser-und-gaushirt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/it-heina.de\/?page_id=647","title":{"rendered":"Feldmauser und Gaushirt"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/it-heina.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/NZ-Herbertingen_Feldmauser-und-Gaushirt_2846_I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-650\" src=\"https:\/\/it-heina.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/NZ-Herbertingen_Feldmauser-und-Gaushirt_2846_I-683x1024.jpg\" alt width=\"399\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/it-heina.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/NZ-Herbertingen_Feldmauser-und-Gaushirt_2846_I-683x1024.jpg 683w, https:\/\/it-heina.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/NZ-Herbertingen_Feldmauser-und-Gaushirt_2846_I-200x300.jpg 200w, https:\/\/it-heina.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/NZ-Herbertingen_Feldmauser-und-Gaushirt_2846_I.jpg 798w\" sizes=\"auto, (max-width: 399px) 100vw, 399px\"><\/a><span style=\"color: #000000;\">Feldmauser<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine gro\u00dfe Plage und Gefahr f\u00fcr den Ertrag in der Landwirtschaft waren im vor\u00adletz\u00adten und letzten Jahrhundert Feldm\u00e4use. Die Plage war so gro\u00df, dass man sich von der Gemeindeverwaltung gezwungen sah, von offi\u00adzi\u00adel\u00adler Seite Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen. So schaffte man im Jahre 1829 220 Pfund Arsen an, um die M\u00e4use zu vergiften. \u201eIm Fr\u00fchjahr 1847 ist zu lesen, dass die vor\u00adhan\u00adde\u00adnen Mausl\u00f6cher zuge\u00adtre\u00adten werden sollen. Dann sind die M\u00e4use mit Fallen und Legen von Gift wieder wie fr\u00fcher zu bek\u00e4mpfen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Allein im Jahr 1854 wurden 4000 M\u00e4use bei der Gemeindeverwaltung abge\u00adlie\u00adfert f\u00fcr die der Mausf\u00e4nger einen Obulus verdienen konnte. Aus dem Jahr 1930 wird berichtet, dass \u201edie M\u00e4useplage einen Umfang ange\u00adnom\u00admen, der zu ernst\u00adhaf\u00adten Bedenken f\u00fcr die Landwirtschaft Veranlassung gibt.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Da das Fangen von M\u00e4usen also eine wichtige Angelegenheit war, stellte die Gemeinde soge\u00adnann\u00adte Schermausf\u00e4nger \u2013 im Volksmund Feldmauser genannt \u2013 an, die neben\u00adbe\u00adruf\u00adlich M\u00e4use fingen. 1825 gab es 5 Schermausf\u00e4nger die jeweils 100 Gulden f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit erhielten. Ihre offi\u00adzi\u00adel\u00adle T\u00e4tigkeit wurde wie folgt schrift\u00adlich fest\u00adge\u00adlegt: \u201eSie (Die Mausf\u00e4nger) sollen mit\u00adein\u00adan\u00adder gemein\u00adschaft\u00adlich alle Pl\u00e4tze mausen. Wenn einige Pl\u00e4tze schlecht gemaust werden, darf die Gemeinde einen anderen Mauser ein\u00adstel\u00adlen und nach St\u00fcck bezahlen und dieses Geld von dem Mauserlohn der \u00fcbrigen abziehen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Tats\u00e4chlich versahen die Feldmauser ihren Dienst nicht immer mit gro\u00dfem Eifer: \u201e1841 zog die Gemeinde den Mausern wegen schlech\u00adter Besorgung ihres Dienstes jeweils einen Gulden vom Gehalt ab.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auch in den folgenden Jahren gab es h\u00e4ufig Beschwerden \u00fcber die Feldmauser. Daher bekamen die nach\u00adfol\u00adgen\u00adden Feldmauser keinen pau\u00adscha\u00adlen Betrag mehr f\u00fcr das Mausen, sondern nur noch ein Entgelt f\u00fcr jedes gefangene Tier. Hierzu mussten sie die M\u00e4useschw\u00e4nze auf dem Rathaus abgeben. 1919 gab es f\u00fcr einen M\u00e4useschwanz 25 Pfennige.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine der letzten Feldmauser waren der \u201eRiedm\u00fcller Done\u201c (Anton Wei\u00df) und Hans Reutter.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>G\u00e4nsehirte (Gaushirt):<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Von der Gemeinde wurden im 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts j\u00e4hrlich Hirten\u00e4mter vergeben. Es war wichtig, die Tiere zu h\u00fcten, da sie ansonsten durch die Stra\u00dfen, Felder und W\u00e4lder gezogen w\u00e4ren und dabei viel Schaden ange\u00adrich\u00adtet h\u00e4tten. Teilweise war es sogar unter Strafe verboten, Tiere frei umher\u00adlau\u00adfen zu lassen. So gab es bei\u00adspiels\u00adwei\u00adse Kuhhirten, Ochsenhirten und K\u00e4lberhirten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auch f\u00fcr G\u00e4nse mussten Hirten bestimmt werden. Ab Johanni, also dem 24. Juni, mussten die G\u00e4nse auf die Weide getrieben werden. Je Tier erhielt der G\u00e4nsehirt \u2014 im Volksmund Gaushirt genannt \u2014 eine Entsch\u00e4digung. Anders als die Feldmauser ver\u00adrich\u00adte\u00adten den \u00dcberlieferungen nach die Gaushirten ihren Dienst zur Zufriedenheit der Ortsverwaltung. Jedoch war es schwierig, immer einen Gaushirt zu finden. Einmal \u00fcbernahm eine Frau das Amt des Gaushirten, nachdem die Stelle \u00fcber l\u00e4ngere Zeit vakant geblieben war.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die G\u00e4nse wurden an bestimm\u00adten Orten geh\u00fctet: Als Ganwiese wird das Gebiet zwischen dem heutigen Nepomuk-Platz und der zwi\u00adschen\u00adzeit\u00adlich abge\u00adbro\u00adche\u00adnen Riedm\u00fchle bezeich\u00adnet. Dieses Gebiet wurde durch den Bettelb\u00fchlbach und den Gs\u00f6dbach eingeschlossen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Gauspferch, der Platz an dem die G\u00e4nse tags\u00fcber waren, war an der heutigen Kreuzung Angerstra\u00dfe \/ Wielandsta\u00dfe gelegen, wo sp\u00e4ter Maurermeister Konrad Engler seine Werkstatt errich\u00adte\u00adte. Dies war ein ein\u00adge\u00adz\u00e4un\u00adtes Gel\u00e4nde, das man nur durch den Bach \u00fcber eine Furt erreichen konnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Narrenzunft Herbertingen verf\u00fcgt \u00fcber ein gro\u00dfes Repertoire an Herbertinger Fasnetsliedern. Das erste heute noch bekannte Herbertinger Fasnetslied ist der Gausbibermarsch. Auf eine alte Volksweise dichtete Tierarzt Dr. Alois Fischer den Text zu diesem Lied, das noch heute an der Fasnet gesungen wird. 1998 arran\u00adgier\u00adte Musikdirektor G\u00fcnter Buck dieses Fasnetslied neu und nahm es mit der Gemeindemusik Herbertingen auf, um es somit f\u00fcr die Nachwelt zu bewahren. Im Lied folgen die Gausbiber, also die kleinen G\u00e4nse, ihrem General, dem Gaushirt und befolgen seine Befehle.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feldmauser Eine gro\u00dfe Plage und Gefahr f\u00fcr den Ertrag in der Landwirtschaft waren im vor\u00adletz\u00adten und letzten Jahrhundert Feldm\u00e4use. Die Plage war so gro\u00df, dass man sich von der Gemeindeverwaltung gezwungen sah, von offi\u00adzi\u00adel\u00adler Seite Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen. 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