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Narrenzunft Herbertingenit heina · s'geit a Fasnet
Wia älles agfanga hot

Geschichte

Die Herbertinger Fasnet ist viel älter als die Narrenzunft. Schon 1632 ist von ihr die Rede. Seit 1952 trägt die Zunft sie weiter, mit eigenen Figuren, eigener Musik und einem Narrenruf, der seine eigene Geschichte hat.

Unser Narrenruf

It heina, s'geit a Fasnet!

Strohbutz, Weckazwinger und Schrättele beugen sich lachend und grimassierend zur Kamera, dahinter ein Kornfeld

Im Ersten Weltkrieg wurde in Herbertingen keine Fasnet gefeiert. Als man danach die Ledigen, die damals die Fasnet organisierten, fragte, ob es trotz Not und schwerer Zeiten wieder eine Fasnet gebe, antworteten sie: „Brauchscht it heina, s'geit a Fasnet!“ Du brauchst nicht zu weinen, es gibt eine Fasnet.

Schriftlich taucht der Ruf zum ersten Mal am 12. Februar 1935 in einem Rathausprotokoll auf, damals als „It heine s'geiht e Fasnet“. Seither ist er das Motto der Herbertinger Fasnet.

Im Volksmund wurde er oft zu „It heina“ verkürzt. Die Zunft ruft ihn heute wieder vollständig: It heina, s'geit a Fasnet!

Vo 1632 bis heit

Der Zeitstrahl

  1. 1632

    Erste Erwähnung

    In einem Schreiben an Truchsess Christoph von Waldburg heißt es, zwei Herbertinger seien mit den Schweden umhergezogen und hätten gesoffen, „als wenn Fasnet wäre“.

  2. 1836

    Die Fasnet wird begraben

    Bis 1848 wird die Fasnet am Aschermittwoch feierlich begraben, der alte Hochzeitslader hält dazu eine Spottpredigt. Pfarrer Sauter beendet das Treiben und macht den Aschermittwoch zum Bußtag.

  3. 1882

    Die Welfensage

    Die „hießige Fastnachts-Gesellschaft“ lädt zum Schauspiel „Die Welfensage“ ein. Schon 1842 und 1859 werben Anzeigen für Fasnetsveranstaltungen in Herbertingen.

    Alte Zeitungsanzeige aus Herbertingen mit der Überschrift „Die Welfensage“ und dem Programm der Aufführung
    Die Anzeige von 1882
  4. 1900

    Fasnet der Ledigen

    Lehrer C. Wörrle beschreibt die Fasnet: Die Ledigen organisieren sie, am Montag gibt es Umzug und Fastnachtsspiel, am Dienstag den Ball, am Aschermittwoch den Schneckenball. An allen Fasnetstagen ruht die Arbeit.

  5. Nach 1918

    It heina, s'geit a Fasnet!

    Nach dem Ersten Weltkrieg fragt man die Ledigen, ob es trotz der Not eine Fasnet gebe. Ihre Antwort wird zum Narrenruf der Zunft.

  6. 1929

    Narrenverein „NAVE“

    Eine Mitgliedskarte des Narrenvereins „NAVE“ ist erhalten. Herbertingen gilt in dieser Zeit als „Hochburg der Narretei“.

    Vergilbte Mitgliedskarte des „NAVE“ Herbertingen für Franz Gut, ausgestellt am 18. Januar 1929, mit Unterschriften von Vorstand und Schriftführer
    Mitgliedskarte von 1929
  7. 1935

    Der Narrenruf im Protokoll

    Am 12. Februar 1935 wird der Narrenruf erstmals in einem Rathausprotokoll erwähnt. Seither ist er das Motto der Herbertinger Fasnet.

  8. 1945

    Der Elferrat

    Nach dem Zweiten Weltkrieg hält ein Elferrat mit Narrenmutter Anna Hepp und Narrenvater Nikolaus Meier die Fasnet am Leben.

  9. 1952

    Wiedergründung der Narrenzunft

    Am 21. September gründen 100 Herbertinger im Gasthaus „zum Hirsch“ unter Dr. Alois Fischer den Verein neu. Der Elferrat tritt geschlossen bei.

  10. 1953

    Der erste Weckazwinger

    Aus der Sage vom Weckazwinger entsteht die erste Fasnetsfigur der Zunft, zunächst als Einzelfigur im blauen Bauernhemd mit Pappmaske.

    Altes Schwarzweißfoto: Narren und Männer in dunklen Anzügen ziehen durch eine Straße in Herbertingen
    Ein früher Umzug in Herbertingen
  11. 1956

    Die OHA

    Mit den Zünften aus Ostrach und Altshausen gründet Herbertingen die OHA-Narrenbruderschaft. 1968 kommt Scheer dazu.

  12. 1969

    Der Ring

    In Herbertingen wird die Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte (VFON) gegründet. Die Narrenzunft ist Gründungsmitglied.

  13. 1970

    Strohbutz und Schrättele

    Der Strohbutz bekommt eine Holzmaske statt der Stofflarve, und als dritte Maske entsteht das Schrättele. 1980 erhält der Strohbutz seinen Hut.

  14. 2023

    Immaterielles Kulturerbe

    Die Narrenzunft darf das Logo des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes führen.

Zum Agucka

Die Geschichte in Farbe

Der Zeitstrahl erzählt, wie die Herbertinger Fasnet gewachsen ist. Wie sie heute gelebt wird, zeigen unsere Fasnetsalben: die Bälle, die Umzüge, die Sitzungen und die Hausfasnet, Jahr für Jahr. Blättere dich durch die Alben und erlebe die Geschichte in Bildern.

  • Dreikönigssitzung
  • Narrenbaum
  • Gompiger Donnschtig
  • Hemedglonker
  • Narrenball
  • Kinderball
  • Kinderwagarenna
  • Bachjucken
  • Umzug im Flecka
  • Fasnets-Zeischtig
  • OHA-Treffen
  • Ausfahrten
Dia wo vorna laufet

Unsere Zunftmeister

  • 1952 bis 1958Dr. Alois Fischer
  • 1958 bis 1962Ludwig Bulander
  • 1962 bis 1992Konrad Schulz
  • 1992 bis 2004Raimund Bulander
  • 2004 bis 2019Jörg Ritter
  • seit 2019Stefan Schnitzer